Donnerstag, 27. September 2007

University

Bevor es nun in den kommenden 2 Wochen an der Uni völlig rundgeht, kann ich mich jetzt fix noch mal unverkrampft dazu äußern. Ich würde sagen das Studium unterscheidet sich schon recht deutlich vom heimischen Studium. Die Kursgrößen sind meist kleiner. Die Räume hammermäßig ausgestattet (aber wie gesagt irgendwo muss das ganze Geld ja auch hin..ein bisschen Geld fließt überflüssigerweise auch jede Nacht durch die Sprenkleranlagen auf den Uni- Wiesen). Die Anwesenheit wird eigentlich in jeder Vorlesung streng kontrolliert. Ich kann jetzt schon sagen, dass ich in keinem Semester in Deutschland, soviel von Anfang an abliefern musste. Abzuliefern sind: Präsentationen, Case-Studies, sogenannte Quizzes, wöchentliche Schreiben zu Artikeln, etc. Und dann natürlich noch die Prüfungen am Ende, von denen ich aber jetzt noch gar nichts wissen will. Die Prüfungen allerdings größtenteils bestehend aus MultipleChoice-Fragen. Also mit Sicherheit einfacher. Auch die anderen „Assignments“ sind vergleichsweise kleineren Ausmaßes aber müssen halt einfach erledigt werden. Also Quantität statt Qualität? I don’t know. :) Mit fünf Kursen bin ich auf jeden Fall gut ausgelastet (alles andere wäre bei den Studiengebühren aber auch irgendwie unangebracht). Ein Blick auf die Professoren lohnt sich noch (der Kontakt ist hier, würde ich sagen ein bisschen herzlicher oder kumpelhafter.Schon alleine das fehlende "Sie" hilft da natürlich mit):

1) Honorio Todino (Global Management)
Ein Asiate, der sich die ganze Zeit damit vertreibt, die Studenten Präsentationen machen zu lassen (darunter auch zwei asiatische Gruppen, bei denen man sich fragt welche Sprache sie sprechen..wirklich krass :). Also auf jeden Fall hat der Mann in 4 Wochen erst 2 Vorlesungen gehalten und auch die haben eher improvisiert gewirkt.
2) Ann Wallin (Human Resource Management)
Eine Frau, zu der es nix zu sagen gibt (außer dass sie einen anwesenden Jochen immer wieder „Jocken“ nennt).
3) Andrew Idzikowski (E-Commerce)
Ein ausgewanderter Pole mit Akzent (spricht deutlich und langsamer), was sehr gut ist, da er dadurch spitze zu verstehen ist. Hat außerdem zu Nürnberg geäußert, dass es dort total mittelalterlich aussehe („like in Harry Potter you know“).
4) Warweni Jap (International Business)
Eine stämmige Indonesierin. Eigentlich ganz cool, fordert die Studenten allerdings auf, sich zu Präsentationen schick zu kleiden. Was geht?? „No shorts, no caps, no t-shirts, no sneakers“..Zu uns internationalen Studenten hat sie gemeint, wir könnten uns ja was bei kanadischen Mitstudenten ausleihen. Haha, saugeil. Also meine „schickste Hose“ ist eine Carhartt, was hier ja ein echter Bauarbeiter-Brand ist. Guter Tip von einem Österreicher: Vielleicht schwarze Socken über die Schuhe ziehen, um Anzugschuhe anzutäuschen.
5) Mark Wallin (Business, Professional and Academic Composition)
Guter Mann. Macht eine sehr witzige und lebhafte Vorlesung. Kennt außerdem die deutschen Nihilisten aus „The Big Lebowski“ if you know what i’m talkin about. Optisch auch höchst interessant: Massiver Amerikaner, ungefähr Mitte/Ende 30. Rasierte Glatze und auf dem Hinterkopf einen tätowierten Barcode. Und Klamotten hat er ungefähr das an, was in der anderen Vorlesung bei Präsentationen verbeten wird. Für den Kurs muss ich allerdings auch das meiste abliefern aber der Mann ist echt Spitze muss man sagen.

Der beste Studiengang an der Uni ist, würd ich sagen: Adventure. Diese Studenten (ich kenn einen Spanier der dieses Studium absolviert) waren die letzte komplette Woche auf einer Kanutour (Prüfungen sind dann da eben die gute alte Eskimorolle, usw.). Dann hatten sie 2 Tage frei und am Mittwoch hab ich sie wieder am Sammelpunkt an der Uni stehen sehn, mit Steigeisen und weiterem Bergzeug. Also das wär schon was, leider unterstützt Siemens den Abenteuerstudiengang nicht so recht denk ich. Die Frage ist eigentlich nur, welchen Abschluss man dann eigentlich hat: Abenteurer oder wie??
So, das soll es zum Thema Uni gewesen sein. Ich muss weg, schließlich war ich die Woche echt fleißig, heute ist "Thirsty Thursday" (funktioniert auch in deutsch: "Durstiger Donnerstag") und ich hab morgen keine Vorlesungen.Bis später!


PS: Nächstes Wochenende wird wieder verreist. Dann sind sicherlich auch wieder aufregendere Bilder am Start. Küsschen.

Montag, 24. September 2007

Kurze Anmerkung noch

1) Ich habe momentan arge Probleme mit meinem Notebook hier. Es startet teilweise(leider meist abends?!) einfach gar nicht mehr. Also es tut sich gar nichts nach Druecken der Power-Taste(komischerweise kenn ich einen anderen Deutschen hier, dem es nun ganz aehnlich geht). Ich befuerchte schon einen Hardware-Defekt (oder irgendwas mit der Energie is hier nicht ganz koscher) und das Letzte was ich will, ist hier zu einem Service zu gehen. Naja, Daumen druecken und nicht wundern falls meine Reaktionszeit wieder etwas laenger wird.

2) Falls jemand Bedarf verspuert: man kann die Bilder dieses Blogs durch Anklicken auch groesser sehen. Ich nehme doch an, dass ihr das Alles anguckt, ausdruckt und eine Art Altar daraus baut. :)

3) Ich freue mich sehr über die anscheinend vorhandene Leserschaft meiner Ausführungen. Darunter auch Menschen bei denen ich mich schon länger nicht persönlich gemeldet hab (sei es aufgrund der davonrennenden Zeit vor der Abreise oder aufgrund des wirklich schlechten Gewissens wegen unserem IT-Projekt an der FH! Ich weiss Bescheid, sorry.)

Bleibt sauber und gesund!

Ein Wochenende in Kamloops

Das letzte Wochenende hab ich einfach schon mal am Mittwochabend begonnen. Da sich immer mehr (fast fällige) Arbeiten für das Studium anhäufen, dachte ich mir das wäre adäquat, um dann diese Woche richtig fleissig loszustarten. Nunja, der erste Teil des Plans (das Feiern) war einfach umzusetzen. Und so waren beide Abende recht feucht-fröhlich. Der Mittwochabend führte mich ins „Max“, ein eher mittelmäßiger Standardclub aber durch meine Begleiter sehr lustig. Heimwärts hat mich dann Tim, ein Berliner in einem Einkaufswagen von Downtown den Hügel hochgeschoben. Hier ein sicherer Fall für vorbeifahrende Cops und somit: Glück gehabt. Der Donnerstag wird hier traditionell im „Heroes“-Pub auf dem Campus begossen. Es ist schließlich „Thirsty Thursday“. Generell wird ein Ausgehabend hier viel früher begonnen (also sagen wir nach der letzten Vorlesung, so halb 7). Dementsprechend hatte ich um „gefühlt 12Uhr“ das Gefühl, dass jeder in diesem Pub gnadenlos betrunken war. Es war allerdings erst halb 10. Naja, ich war kaputt vom Abend davor und hab mich zurückgehalten. Auf dem Heimweg über den Campus gabs dann noch ein Reh zu sehen. Das ist schon witzig, weil die kaum Angst haben und man sich ja eigentlich schon mitten in der Stadt befindet. Auf jeden Fall waren beide Abende unglaublich belebt durch die immense Vielfalt an verschiedenen Studenten-Nationalitäten (ich konnte mehr oder minder schlaue Gespräche führen, mit Menschen aus: Australien, Kanada, Schweden, Norwegen, Finnland, Spanien, Chile, Kolumbien, Holland, Schweiz, Österreich und natürlich Dtl.). Das ist daheim(zumindest in Nürnberg) leider viel weniger der Fall und macht die Abende hier wirklich spannend und lustig. Der Freitag war nach diesen beiden schweren Abenden gelaufen und endete für mich früh im Bett. Samstag haben wir dann noch mal den Banff-Trip resümiert und in Richtung langes Thanksgiving-Wochenende (05.-08.10.) geplant.
Sonntag musste ich mich dann unbedingt mal wieder schinden: also Radtour. Dabei gings erstmal mächtig bergauf (asphaltiert) und dann schwungvoll wieder abwärts durch „Peters Creek“ (eine Art wilde Stadtpark-Schlucht mit echt anspruchsvollen, spaßigen Downhill-Trails). Davon auch die Bilder(solange ich nix besseres vor die Linse bekomme, werde ich euch weiter mit Hoernchenbildern zuknallen :) Hoernchen sind hier wirklich allgegenwaertig und es gibt sie in allen Formen, Farben und Groessen), Ziel wurde erreicht: schön schlapp und zugleich erfrischt.
Auf jeden Fall wird das hier jetzt auch täglich kühler (bis kalt) und zur häufigen Sonne gesellen sich Wolken und auch mal Regen. Trotzdem noch verdammt wenig Niederschlag gesehen hier.
Für die kommenden Wochenenden stehen wieder auswärtige Aktivitäten an: 1) Ich hoffe bei gutem Wetter noch immer auf die Angeltour mit Cowboy-Rob (der sich hoffentlich noch an sein Angebot erinnert). 2) Im Oktober kann man ganz in der Nähe die Lachswanderung („Salmon Run“) bewundern. Das wär gut. 3) Ein weiterer Wochenendtrip in einen Nationalpark. Die Reisezeit neigt sich dem Ende entgegen und vor allem sind die Bäume grad schön bunt. Also es muss erlebt werden (leider auch studiert!). Ich melde mich mit neuen Entwicklungen.

PS: An solchen Fußgänger-Ampeln, wo man einen Knopf drücken muss, wird hier der Blinde (als auch der Sehende) nicht wie bei uns durch dezentes Piepen, o.ä. zum Gehen aufgefordert. Nein, man wird aus einem Lautsprecher regelrecht angeschrien, welche Straße (mit Namensangabe!) gerade überquerbar ist. Ich hab mich auf jeden Fall tierisch erschrocken beim ersten Mal. Also Vorsicht!

Montag, 17. September 2007

Banff Trip (Freitag, 14.09. – Sonntag, 16.09.)

Gerade wieder in Kamloops eingetroffen, schreibe ich Euch schwer beeindruckt vom herrlichen Wochenendtrip in den Banff- und Yoho-Nationalpark. Wir (7 Personen aus Deutschland, Schweden und Australien) haben uns einen recht günstig einen spitzenmäßigen Dodge Van gemietet und sind damit am Freitag 07:00 Uhr Richtung Banff gestartet. Bei bestem Wetter gings durch immer herrlichere Berglandschaften, darunter auch vorbei an einigen „legendären“ Skiresorts wie Kicking Horse oder Revelstoke (allerdings alle noch schneefrei). Nach ca. 5 Stunden Fahrt (der Übergang in eine neue Zeitzone –Mountain Time- verleiht einem solchem Trip natürlich einen abenteuerlichen Anstrich :-) wollten wir vor dem Einzug in unser Hostel in Banff noch den obligatorischen Top-Spot Lake Louise abhaken. Der Lake Louise ist ein unglaublich schöner und hellblauer Bergsee eingerahmt von krassen Bergen und Gletschern aber aufgrund seiner Popularität auch ziemlich gut besucht. So sind wir dann ne halbe Stunde am Ufer entlang gewandert, zwischen Jung und vor allem Alt aus aller Herren Ländern, von professionell bis völlig untauglich ausgestattet (beispielsweise mit Stöckelschuhen und unnützen Bärenglöckchen). Trotz der vielen Menschen ein traumhafter Ort und daher ein Muss (auch um die üblichen und bekannten Postkarten-Bilder zu machen, die wie erwartet natürlich nicht die ganze Atmosphäre einfangen können). Nächster Zwischenstop: der nicht weit entfernte Lake Morraine, welcher eigentlich noch schöner und vor allem weniger besucht war. Ein weiterer Lake Louise könnte man sagen. Danach Bezug unseres netten Hostels in Banff, um gleich danach noch mal loszustarten, um den Sonnenuntergang in spektakulärer Kulisse zu bewundern. Damit war der erste Tag schon um, allerdings gut ausgenutzt wenn auch viel Zeit für die Fahrt in dieses Naturwunderland drauf ging. Die kleine Stadt Banff (8000 Einw.) ist überraschend „lebhaft“ und touristisch wenn man überlegt, dass man sich ja eigentlich mitten in einem Nationalpark befindet (daran kann man sich aber leicht erinnern wenn man an jeglichem Punkt des Städtchens den Blick in Richtung der abgefahrenen Bergkulisse lenkt). Es gibt Unmengen an guten Sportgeschäften und man merkt dass man es in Banff mit Radfahren und Skifahren ernst meint.
Da sich unsere Reisecrew bis zu diesem Zeitpunkt schon als sehr harmonisch und vor allem wanderwillig erwies, konnten wir für den zweiten Tag zwei „massive hikes“ planen. Aufgrund der allgegenwärtigen Tierhinweise (bärensichere Müllkübel, häufig Elche auf dem Golfplatz, etc.) und –warnungen (auch der Herbergsmann riet uns aufgrund einer kürzlichen Bärenattacke auf 2 Radfahrer von einer Wanderroute ab) waren die Hoffnungen ein paar mächtige Wildtiere zu sehen natürlich groß. Um ein wenig abzukürzen: die Wanderung auf den Mount Sulphur war steil, anstrengend und eröffnete einen grandiosen Panoramablick auf Banff(von den versprochenen wilden Dickhornschafen leider keine Spur). Die zweite Wanderung des Tages führte durch einen Canyon und endete in einem unglaublichen Tal. Da Gevatter Herbst schon ein wenig gemalt hat, war dieses Tal eine bunte, begehbare 1A-Postkarte und von der Sonne so aufgeheizt, dass auch ein bissl Fußbad im eiskalten Bach angebracht war. Ein absolutes Highlight ohne klingenden Namen und (fast) ohne Menschen. Zurück von beiden den Tagesausflügen war nicht mehr viel bei uns zu holen. Da allerdings keinerlei Großwild zu sehen war, bin ich mit dem ebenso tiersüchtigen Tim und Vladimir nochmals los, um es in der Dämmerung noch mal auf einer großen Lichtung (ein Skihang im Hausskigebiet von Banff)zu versuchen. Doch was soll ich sagen: statt Viechern gabs „nur“ Bier und einen schönen Sonnenuntergang. Nach nem Mahl in einem netten Pub (leckerer Bison-Burger ist das Stichwort) und Bierchen im Hostel gingen dann recht fix die Lichter aus. Das Inklusive-Frühstück im Hostel bestand im Übrigen aus Kaffee und selbst herzustellenden Pfannkuchen mit Ahornsirup (lecker aber auch extrem stopfend; anwesende Japaner waren schon mit dem Mischen von Wasser und dem vorhandenen Pancake-Pulver überfordert).
Am Sonntag stand ja leider schon wieder die Rückreise an. Aufgrund der müden Beine und langen Fahrt haben wir uns dann zwei leicht erreichbare Spots ausgesucht (man muss eh sagen, dass Vieles fast mit dem Auto zu erreichen ist, jeder Meter den man dann zu Fuss geht, führt einen mehr in echte, einsame Wildnis..trotzdem ist jeder Kilometer Autobahn spektakulär eingebettet aber man stumpft bei der ganzen Schönheit natürlich schnell ab). So gabs auf der Rückfahrt durch den Yoho-Nationalpark (indianisch für „Erstaunen“) noch den 254m hohen Takakkaw-Wasserfall auf die Augen und eine kurze Wanderung um ein weiteres Seen-Juwel –Lake Emerald-. Beides, ich wiederhole mich, traumhaft! Die Fahrt auf dem schnurgeraden, verlassenen Transcanadian-Highway mit Automatikschaltung und Tempomat (könnte eigentlich auch ein Kind fahren) war lang aber eher wenig anstrengend. Zurück im erstmals –Achtung!- verregneten Kamloops bleibt nur zu resümieren: Ein super Trip in eine unglaubliche Natur von unermesslichen Ausmaßen. Trotz allerbester Chancen waren die größten gesichteten Tiere, Tonnen von Eichhörnchen. Ich glaube mittlerweile an eine Promo-Aktion der Menschen in/um Banff..Bären-, Elch- und Hirschbilder (Slogan: „Banff – The horniest Town in Canada!“) überall aber nix in echt ;-) naja, damit ist ein weiterer Trip in den tiermäßig vielversprechenderen Jasper-Nationalpark wohl geplante Sache. Die Reisecrew war echt geschmeidig und witzig, bei so einem Nationalitäten-Mix gehen einem ja auch niemals die Gesprächsthemen (alles ziemlich komplett in Englisch und diesbezüglich auch eine gute Übungseinheit für mich) aus. Ich verabschiede mich mit Grüßen und bis demnächst!
Und weil ich jetzt endlich auch Internet in den eigenen 4 Wänden hab, nun alles paletti ist und auch meine Webcam Sinn macht, gibs heute zur Belohnung mal noch ein Bild des Autors (Anmerkung: Melone, hier sehr günstig und nicht sehr lecker)
beim Schreiben. Gehabt euch wohl!

Dienstag, 11. September 2007

Stellungnahme

1) Unregelmaessigkeit
Also heute gabs hier wieder mal einen maechtigen Informationsschub. Tut mir leid, dass das hier immer noch so brockenmaessig reinkommt. Das liegt an meiner, immer noch nicht vorhandenen eigenen Internetverbindung. Ich hoffe jeden Tag (vor allem auch zwecks Skype-Telefonie).

2) mangelnde Photoqualitaet
Ich weiss die letzten Eintraege waren rar an Bildern oder die Bildern haetten weitgehend auch in Dtl. aufgenommen worden sein koennen :). Dazu kann ich freudig vermelden, dass mich ich am kommenden Wochenende mit ein paar anderen Internationalen auf den Weg nach Banff (Lake Louise ist das Stichwort) machen werde. Dann werden hoffentlich endlich die Bilder entstehen, die jeder schon von Kanada kennt und auch in jedem Reisefuehrer eingesehen werden koennen ;-) Drueckt die Daumen fuer Baeren.

3) euer Wetter
Tut mir leid, dafuer kann ich nix. Ich hab hier seit der Ankunft noch keinen Regen gesehen und trage weitestgehend kurze Hose und Flip-Flops. Wirklich unglaublich :) Ich hoffe das geht dann direkt in Schneefaelle ueber.

Seid lieb gegruesst, mir gehts gut!

Cactus-Jack

Nach einigen kleinen Unternehmungen im Campus- und Wohnheimsumfeld, war es gestern (Samstag, 8.9.) mal an der Zeit „richtig“ wegzugehen und mich dazu in die Downtown Kamloops aufzumachen. In Stimmung gebracht (es kam wieder mal „Wildcat Strong“-Bier zum Einsatz, das hat 6.1% und nen Puma auf der Dose) habe ich mich dafür erstens mit meinen Wohnungsgenossen und später mit Tom, ein witziger Österreicher und einem Isländer (Name leider schon wieder entfallen). Diese Phase des Abends war schon recht lustig und vor allem interessant. Denn Themen waren beispielsweise die Lebensweise von Mormonen oder eben auch das Ausheben von Gräbern in Island (der Isländer hat schon mehrere Jahre auf nem Friedhof gearbeitet, 6 feet deep ist das Stichwort). Der echte Kulturschock stand aber noch an: Wir sind dann in die Stadt gefahren und haben das/den „Cactus-Jack“ betreten. Gut, solche Läden mit einer Art Cowboy/Rodeo-Aufmachung sieht man in Deutschland ja vielleicht noch (und würde sie sicherlich links liegen lassen). Aber echt authentisch wurde das ganze dann erst durch die Musik, denn es lief tatsächlich zu vielleicht 50% Country und den zahlreich vorhandenen, echten nun ja, Cowboys (wie aus dem Bilderbuch: Hüte, karierte Hemden, Jeans, mächtige Gürtelschnallen..echt traumhaft!). Also die ersten 20 Minuten stand ich erstmal nur da und hab gedacht ich spinne. Zudem war der Schuppen altersmäßig total durchmischt und es haben auch ältere Menschen in guter alter Pärchen-Manier getanzt. Trotz allem ging es durchaus heiß her. Abgewechselt haben sich die Country-Knaller übrigens mit aktueller Chart-Musik. Naja, irgendwann war meine Zunge dann durch die ganzen „Wildcats“ locker genug, um bei einem Toilettengang mal einen solchen Cowboy anzusprechen. Daraus hat sich ein echtes Spitzengespräch mit Rob(30) über alles Mögliche entwickelt (der übrigens meinte, dass hier im Vergleich zu Calgary sehr wenige Cowboys unterwegs wären). Jedenfalls war Rob superfreundlich (einmal mehr: wie wirklich fast jeder hier), kennt das Umland „like nobody else in this club“ und ist ein passionierter Angler. Als ich dann meinte, dass ich gerne mal Angeln probieren würde, war Cowboy-Rob sofort mit seiner Telefonnummer zur Stelle und hat mich zu einem Angelausflug eingeladen (der war dermaßen freundlich, dass ich zwischenzeitlich schon dachte er wär evtl. schwul aber seiner Freundin hat er mich dann auch noch vorgestellt, nachdem er mir ein Bier spendiert hat!). Naja mal gucken, vielleicht kann ich also demnächst mal Jagd auf die riesigen „Rainbow Trouts“ (Regenbogenforellen) machen, die es hier in den umliegenden Seen geben soll. Da ich irgendwann auch noch gesund in meinem Bett gelandet bin, muss man den Abend als absoluten Erfolg und echten Ausflug in die kanadische Kultur verbuchen! Ansonsten steht heut leider schon echt viel Arbeit für die Uni an und ich hab noch die Scherben des gestrigen Abends im Kopf. Ein typischer Sonntag eben, ganz wie in Deutschland. Eine hier aufgeschnappte, nette Vokabel will ich an dieser Stelle unbedingt noch loswerden: "idiot string". Das ist die Schnur an der man Handschuhe befestigt, um sie Kindern durch die Jacke zu ziehen!

Meine neue Wohnung

Es wird Zeit kurz meine neue Wohnsituation zu beleuchten. Wohne jetzt endlich in einem Wohnheim und die langweilige Woche im Motel ist längst vergessen. Zur Uni sind es fünf Minuten Fussweg, das passt also wunderbar. Wir sind hier zu viert, jeder hat seinen Raum und wir teilen uns eine Küche und Bad. Die Bude ist auf jeden Fall vollkommen ausreichend. Vor allem haben wir hier einen echten Herd, was der kulinarischen Situation zugute kommt (verglichen zu einer Mikrowelle). Allerdings ist die Bude gar nicht mit Geschirr, etc. bestückt und so hab ich mich gestern erstmal mit schönen 1-Dollar-Sachen bestückt (leider gab es keine Gabeln und Messer mehr, so dass ich nun erstmal alles löffeln muss). Meine Wohnungskollegen sind alle drei Kanadier (durchaus überraschend, da wirklich immens viele internationale Studenten hier sind) und hören auf die Namen: Walter(aus/von Vancouver Island), Steward(aus Toronto) und Patrick(aus Kelowna, ganz in der Nähe). Ich bin bisher höchst zufrieden und auch die Jungs sind anscheinend ganz zufrieden einen Deutschen in ihrer Bude zu haben. Sind auf jeden Fall noch ganz schöne Young Gunz (18, 20, 20). Der Walter ist mit seinen 18 Jahren hier ja noch nicht mal alkohol-fähig, das gleichen die anderen Beiden allerdings locker mit aus. Allerdings wird der nächste Woche auch (die erforderlichen) 19 und dann ist vielleicht alles zu spät. :) Unsere 4er-Nachbar-WG wird von vier Kanadierinnen bewohnt, welche alle ein schönes Beispiel für die problematische Esskultur darstellen.

Das letzte Bild hier zeigt im Uebrigen die Aussicht aus meinem Fenster. Ich hab also Blick auf den, fuer mich wichtigen Canadian Superstore. Alle diese Schulbusse verlassen jeden Morgen den Hof und verabschieden sich dabei mit nem kurzen Hupen. Gott sei Dank!

Die erste Woche an der Uni

Die erste Woche Vorlesungen ist rum (den Freitag hab ich mir natürlich klassisch freigehalten). Nach einem Fehlstart durch Anfängerfehler (es war ein Dienstag und nicht wie ich dachte Montag), ging alles glatt und ich kann den Professoren in ihren Ausführungen weitestgehend folgen. Alle Vorlesungen liefen gut bzw. straff organisiert an. Im Fach „Global Management“ steht beispielsweise schon nächsten Donnerstag eine Präsentation an. In meinem Englischkurs müssen auch wöchentlich Schriften abgegeben werden. :-/ Auch sonst ziemlich viele Zwischentests, etc. und nicht das gute alte deutsche „4,5 Monate hui, 1,5 Monate pfui“-Prinzip ;-). Na mal sehn! Die Räume sind alle top-ausgerüstet, der Campus wie schon mal erwähnt riesig (verfügt über eigenes Sporthalle und Schwimmhalle, beides mit Tribünen) und die Parkflächen golfplatzartig gepflegt (mit vielen Eichhörnchen). Naja, irgendwie müssen die ganzen Kohlen der Studenten ja auch durchgebracht werden. Dazu noch eins: In den Vorlesungen werden Lehrbücher benutzt. Und da die das mit dem Copyright hier irgendwie ziemlich eng nehmen, kaufen sich wirklich alle Studenten eine riesige, gebundene Ausgabe der Bücher. Ich habe 4 Bücher gekauft und dafür sagenhafte 400$ (ca. 280€) gelöhnt. Das ist schon ziemlich heftig. Also dagegen gehts den deutschen Studenten doch wirklich noch prächtig. Auf jeden Fall bin ich mit meinen fünf Kursen recht beschäftigt denk ich. Das mit der Ski-Touren-Vorlesung hat im Übrigen leider nicht geklappt, da dies für Austauschstudenten nicht möglich ist. Schade. Sonnst alles bestens!

Anmerkungen zu Kanada und seinen Einwohnern

Aus meinen ersten Tagen habe ich die folgenden Informationen abgeleitet. Natürlich manches wenig überraschend, alles höchst subjektiv und vielleicht stellt sich so einiges ja auch noch als falsch heraus. Auf jeden Fall recht spannend das alles zu beobachten.

Die Kanadier sind hier eigentlich zu gut 50% Asiaten (witzig: die Asiaten haben ja oft Vornamen mit dem Klang Tschang-Houa-Ling, o.ä, für die Uni wählen sich daher einfach einfache Namen und heißen dann Ben, Whisky oder ChiChi), die Einheimischen (eher die anderen 50%) sind zu einem guten Teil n'bisschen dick, gehen kaum zu Fuss (jedenfalls sieht man viel weniger Fussgänger), haben ein furchtbares TV-Programm, aber echt witzige Werbespots, haben fast überall Wireless Internet(ich bestätigte im Motel als Ausnahme die Regel :-/ ), kaufen ihre Lebensmittel in riesigen Packungen (Milch in Kanistern zu 4L, etc.), müssen meist nbissl mehr für ihre Lebensmittel zahlen (Gemüse und Früchte komischerweise regelrecht günstig), bezahlen immens mehr für Alkohol (ca. 9€ für ein Sixpack Bier), den sie nur in speziellen Liquor Stores kaufen können, sind wirklich absolut freundlich und sehr hilfsbereit, fahren riesige Karren (natürlich oft Pickups so gross wie Traktoren, etc.), lieben Eishockey, Baseball, Football und Angeln, beschriften absolut alles in Englisch & Französisch, haben die Kloschüssel immer voller Wasser was dann alles mitsamt Inhalt ab- und dann wieder vollläuft (verstanden? Wenn nicht ruhig nochmal nachfragen), haben irgendwie häufig eine Allergie gegen Parfüm (wirklich, an der Uni hängen Plakate dass man aus Rücksicht nicht übermäßig Parfüm verwenden soll und ich hab schon einen betroffenen Kanadier danach befragt..Ich muss da nochmal nachhaken).

So das waren die wichtigsten Dinge und sie gelten sicherlich für absolut alle Kanadier!!

Links kann man die Flagge von British Columbia sehen. Die rechte Flagge kenn ich nicht :) . Bis spaeter!

Donnerstag, 6. September 2007

(Nachtrag - Samstag, 01.09.) Langes-Wochenend-Dilemma


Da ich nach wie vor meine Zeit im Motel friste, hab ich auch noch keine Weggefährten für etwaige Trips kennenlernen können (die Vorlesungen beginnen ja auch erst kommenden Dienstag). Nun steht hier ein langes Wochendende an, da der Montag 'Labour Day' und damit frei ist. Also dachte ich mir: ein Rad ausleihen. Das kostet hier allerdings 40 Bucks pro Tag (also ca. 30€). Diese Fakten kombiniert mit dem noch immer tadellosen Sommerwetter, haben zu einer Kurzschlussreaktion geführt: Ich habe mir ein billiges Fahrrad zugelegt und mich damit im Anschluss sofort auf Tour zu begeben. Die Bewegung war mal wieder bitter nötig und ich habe mich 3 Stunden geschunden und schwer geschwitzt. Die Steigungen hier lassen sich durchaus sehen. Ich habe den 'Kenna Cartwright Park' befahren und dabei auch ein bissl Wildlife gespottet (siehe Bilder, "two of the most dangeroust species on planet earth" würd ich sagen).
Schön wars und es liegen ja noch zwei mögliche Tourtage vor mir. Allerdings kommen mir auch leichte Zweifel wenn ich das Rad jetzt hier im Motelzimmer stehen seh, ob sich die ganze Aktion gelohnt hat. Naja, ich muss den Drahtesel wohl einfach später weiterverkaufen.
Trotzdem warte ich noch immer sehnlichst auf den nahenden Umzug ins Wohnheim, damit auf Kontakt und auf weiterhin gutes Wetter um die umliegenden Naturwunder abtouren zu können. Bis später!

(Nachtrag - Mittwoch, 29.08.) Getting here - Kamloops

Die Reise von Vancouver nach Kamloops habe ich in einem Greyhound-Bus in 4 Stunden bewältigt. Die Fahrt hat einen ersten Eindruck der offenbar unendlich vorhandenen Natur vermittelt. Dabei gab es viele Berge, unendliche Wälder und viel Wasser in Form von Flüssen und Seen zu sehen. Die Tierwelt präsentierte sich bisher nur in Form von großen Adlern und vielen Wildgänsen (the famous canada goose). Auf jeden Fall merkt man schon wie viel von Allem hier vorhanden ist. Die Provinz British Columbia hat eine Größe wie Deutschland, Frankreich und Holland zusammen!
Kamloops(80.000 Einwohner) selber ist ein durchaus lebhaftes Städtchen in einer ungewöhnlichen Umgebung. Die Stadt ist umgeben von Bergen, welche sich allerdings eher steppenartig kahl präsentieren. Sieht auf jeden Fall interessant aus. Bedingt ist dies durch die heissen und trockenen Sommer, wie auch momentan noch vorherrschend. Dazu bietet die Stadt selber einige Höhenunterschiede weshalb ein Rad perfekt wäre. Darum versuche ich mich nächste Woche zu kümmern. Zuerst muss ich allerdings aus diesem einsamen Motel hier raus, in dem die Fenster nicht geöffnet werden können (und es war nur noch ein Raucherzimmer da) und nur eine Mikrowelle zur Verfügung steht (Das Motel wirbt mit einem Pool, der sich umgeben von Beton direkt neben einer Hauptverkehrsstrasse befindet). Ich kann auf einen Umzug ins Studentenwohnheim nächste Woche hoffen.
Die Uni präsentiert sich übrigens mit einem riesigen, gepflegten Campus und sehr freundlichen, hilfreichen Mitarbeitern. Man merkt also schon wo die Gelder hinfließen. Doch dazu später mehr. Auf jeden Fall gibt es hier unglaublich viele Asiaten. Warum weiß ich bisher auch nicht.
Die Zeitverschiebung macht sich eigentlich nur noch wenig bemerkbar: Ich wache meist noch 2-3 Stunden zu früh auf und hab einen Müdigkeitseinbruch am Nachmittag. Im Übrigen wurde an der Uni schon mehrfach erwähnt, dass wenn im Umland die Früchte knapp werden, die Bären tatsächlich in Stadt hinabkommen, um sich am Müll zu laben (der regionale TV-Sender hat sogar eine entsprechende Werbung: „Be bear aware!“, Müll nur am Abholtag rausstellen und so weiter). Das is ne gute Sache, wenn sie doch nur schon da wären! :-)

(Nachtrag - Dienstag, 28.08.) Getting there - Der lange und beschwerliche Weg ins Land der Bären






Nach ca. 18 Stunden Anreise bin ich 16:00 Uhr Ortszeit in Vancouver gelandet. Leider musste ich nicht nur feststellen dass mein Skisack Schaden erlitten hat, sondern dass ganze sauschwere Gepäck auch zum Hostel schleppen, in dem ich noch eine Nacht verbringen wollte. Endlich davon befreit, hab ich mich noch für einen längeren Spaziergang durch Downtown Vancouver (im Übrigen: Betonung auf "couver" bitte!) begeben. Dabei haben sich zwei Dinge aufgedrängt:
Zum Einen: Vancouver hat wirklich eine phänomenale Lage. So nah mächtiges Meer, in Form des Pazifiks und beachtliche Berge, in Form der Coast Mountains beieinander zu haben ist wohl wirklich einzigartig. Dazu eine echte Skyline und eine tolle Altstadt. Freue mich jetzt schon dort nochmal hinzukommen.
Zum Zweiten: Die unübersehbare Armut unter all dem Glamour. Wahnsinn! Dagegen sind die armen Gestalten in deutschen Städten oder beispielsweise auch Amsterdam quantitativ als auch qualitiv völlig harmlos. Es gab Straßenzüge in denen ausschließlich völlig zerlumpte, schmutzige, zerschlagene Gestalten -jung wie alt- wie Zombies unterwegs waren. All diese Menschen waren nur damit beschäftigt Mülleimer zu durchsuchen, Kippchen aufzusammeln, vollgepackte Einkaufswagen zu schieben oder sie lagen einfach im Schmutz. Das war wirklich überwältigend, im negativsten Sinne. Und das alles mitten in der Altstadt 'Gastown', einem echten Touristenziel. (Mittlerweile hab ich einer ADAC-Information entnommen, dass der Fussweg von Gastown nach Chinatown als unsicher gilt.) Vom schönen Gesicht habe ich Photos geschossen, vom häßlichen habe ich es mir nicht getraut. Aber trotzdem eine Hammer-Stadt, von der ich ja nun auch noch nicht viel (und eben vielleicht nicht die besten Ecken) gesehen habe!!
Später im Hostel habe ich dann noch meinen Zimmergenossen Ken, einen Japaner angetroffen. Die Kommunikation verlief allerdings eher schleppend, da sein einziges englisches Wort ein freundliches "hoa" zu sein schien. Damit waren auch einfache Fragen nicht zu beantworten ("Are you here on holiday?" "Hoa.") Dafür war dann sein ganz-nächtliches Schnarchen auch für europäische Ohren gut zu verstehen.