Mittwoch, 31. Oktober 2007

Happy Halloween..

Weil Halloween hier so groß ist und ich natürlich versuche die Kultur total zu assimilieren, habe ich mich gestern Abend (in der WG der Nachbarinnen) beim Schnitzen von Kürbissen beteiligt. Ich habe mein Motiv zu 90% selbst ge"carvt"! Das Ergebnis (die Hexe) war außerordentlich, doch seht selbst. Weil ich letzten Samstag schon meine Halloween-Erfahrung hatte, werde ich mich heute, dem eigentlichen Halloween-Abend, nicht verkleiden und mir den ganzen Humbug nur angucken. Beste Grüße!

Sonntag, 28. Oktober 2007

Eishockey und viel fallendes Wasser

Abend liebe Gemeinde,
Ich bin froh mal wieder von einem sehr schönen Wochenende berichten zu können. Obwohl wenig geplant war, standen dann doch ein Eishockey-Spiel (Freitag) und ein Trip in den Wells Gray Park (Samstag und Sonntag) an.
Am Freitag haben wir uns das Spiel der Kamloops Blazers vs. Kelowna Rockets angesehen. Eine Art Lokalderby in einer Liga, die viele sehr junge Spieler beheimatet und als Nachwuchsschmiede für die mächtige NHL gilt. Dementsprechend war das Niveau recht gut und es war allein schon eindrucksvoll wie schnell und gewand sich die Schiris auf dem Eis bewegen. Einen erhofften Spieler-Fight gabs zwar nicht, dafür einen öffentlichen Heiratsantrag in einer Drittel-Pause (ziemlich daneben oder? die arme Frau, konnte ja eigentlich nur zustimmen :-). Endergebnis: 5:3 für Kamloops. Eishockey ist auf jeden Fall mal um einiges interessanter als Football oder Baseball.
Am Samstag gings dann halb 8 mit dem Österreicher Tom (mal wieder in einem Mietauto.. Autos mieten ist vergleichsweise günstig, vor allem aber ziemlich unerläßlich im riesigen B.C.) los zum Wells Gray Park (ein Provinzpark 1,5h Stunden nördlich von Kamloops.. damit eigentlich sehr nah und quasi nicht mal ein Katzensprung). Der Geography Club der Uni hat im Park ein "Research Center" (ein ziemlich rustikaler Schlafsaal mit ca. 5 Dreifachstockbetten, eine Küchenhütte und zwei plumpsende Toilettenhäuserl) und war dieses Wochenende zum Wandern und Abhängen vor Ort. Es waren also ca. 12 Kanadier plus Tom und ich dort. Für $15 war Übernachten und alle Mahlzeiten abgedeckt (ein guter Deal, denn die Jungs und Mädels haben echt leckere Sachen zubereitet). Das "Anwesen" befindet sich mitten in der Wildnis und verfügt über kein fließendes Wasser. Der riesige Park sollte eigentlich ein Mekka für Wasserfall-Liebhaber sein, denn davon gibt es einige eindrucksvolle Exemplare. So gabs dann auf kurzen Wanderungen ziemlich verschiedenartige Wasserfälle, wilden Urwald und eine blubbernde Mineralquelle (die Kanadier haben das kohlensäurehaltige, leicht gebliche, salzige Wässerchen direkt getrunken und in Flaschen abgefüllt.. Kostprobe ergab: es schmeckte absolut wie Wasser mit einer aufgelösten Brausetablette) zu sehen. All dies gewürzt mit spannenden Ausführungen der kanadischen, angehenden Geographen und Biologen über Vulkantätigkeiten, etc. Eigentlich hätte in diese vernebelte, feuchte Märchenwelt perfekt ein Elch gepasst (mich frustrieren solche Aufzählungen ja schon langsam aber der Park beheimatet: Schwarz- und Grizzlybären, Wölfe, Puma, Luchs, Elch, Hirsch, usw.). Aber neben den üblichen Informationen (zu all den mächtigen, ansäßigen Tieren), viel Elchkacke und einem schönen Specht gabs leider nix zu sehen. Trotzdem mal wieder herrlich. Während der Wanderung wurde uns berichtet, dass ein paar der Jungs nicht mit wandern, um im Lager eine "Sweat Lodge" zu bauen. Bitte? Eine Art Sauna? Wie soll das gebaut werden? Das ist kanadische "Tradition": zwei Zeltplanen geschickt an einem Baumstamm angebracht, ergaben eine Art kleines und "luftdichtes" Zelt. Darin dann heiße Steine aus dem Lagerfeuer und darauf ein eigens angesetzter Kiefernnadel-Sud. Natürlich habe ich dieses abgefahrene Bauwerk getestet. Da es aber mittlerweile zu Schneien begonnen hatte, wurde es im Inneren statt richtig heiß nur richtig warm (also auch komplett bekleidet genutzt). Vor allem aber war es total dampfig und hat nadelig gerochen. Haha, eine ziemlich abgefahrene Sache. Auf jeden Fall cool mit wie wenig Material man sich so ein Schwitzkämmerchen bauen kann. Abends ging es dann ziemlich lustig zu. Da kommenden Mittwoch Halloween ist (und Vor-feiern ist hier ziemlich üblich, auch bei Geburtstagen) war kostümpflicht verkündet worden. Als absolute Verkleidungsmuffel haben wir das allerdings ignoriert und mussten uns dann mit geliehenen Perücken und Lippenstift (das waren alles eher keine gruseligen Kostüme, also eher wie Fasching und so gab es Esel, Queen Mum, Power Rangers, etc. zu sehen) dem Zwang beugen. Die Kanadier machen es einem auf jeden Fall sehr leicht, sich zu wohlzufühlen und Spaß zu haben auch wenn man eigentlich keinen kennt. Zwei aus dem Nichts erschienene Gitarrenrocker haben dann der Runde am Lagerfeuer mächtig eingeheizt. Die ganzen Kanadier haben geschrien und gesungen, dass sich alle Bären weit entfernt haben sollten. Am Sonntag gabs dann nochmal zwei kurze Wanderungen (wieder Wasserfälle im tiefen, unglaublich grünen, gruseligen Wald). Dabei haben es sich drei der kanadischen Kollegen nicht nehmen lassen, einen "Polar Bear Swim" hinzulegen, um den Kater ganz schnell und brutal loszuwerden. Die sind dann also im Becken des einen Wasserfalls schwimmen gegangen, Lufttemperatur 3°C! Und während ich mit Jacke, Mütze und Handschuhen unterwegs war, sind die drei Badenden danach einfach mal in Unterwäsche die 30min zu den Autos zurückgewandert (Wahnsinn, ich weiß nicht was die für ein Kälteempfinden und Immunsystem haben). Danach gings dann also zurück nach Kamloops. Fazit: Wieder mal ein prächtiger Ausritt und vor allem abgefahrene, wertvolle Eindrücke von wieder mal superfreundlichen, kanadischen Studenten. Wie immer steht nun ein pralle Woche Uni an. Das kommende Wochenende werde ich höchstwahrscheinlich komplett hier verbringen, um mal wieder den Geldbeutel zu schonen. Allerdings ist ja Mittwoch Halloween (was manche Kanadier auf Nachfrage wichtiger finden als Weihnachten) und dem kann man sich vorraussichtlich kaum entziehen. Ich melde mich, bleibt gesund und sauber!

Dienstag, 23. Oktober 2007

(fast) ohne Worte

hey fellows..

ich präsentiere einfach mal noch ein paar völlig gemischte photos die ich in facebook, etc. aufgepickt habe.. sind also alles bilder von (und teilweise auch mit) reisegefährten..watch out!

ankunft im hostel in banff, der weg war recht lang..links daniel (schweden), rechts vladi (dtl.)

zimmer eines mitbewohners..eine katastrophe..

so schön kann der gemeinschaftsraum eines hostels (nelson) aussehen..
nelson.. straßenausblick

warten auf die autofähre auf der heimfahrt von nelson nach kamloops

see im kokanee glacier park

reisecrew in banff..gesine (dtl.), daniel, camilla (schweden), tim (dtl.) und euer widdsen

im herrlichen tal der ink-pots (quellen mit versch.farbigen wassern)..noch richtig warm

vor den takkawaw fällen im yoho national park..

vergebliches wildsichten beim wandern in kelowna (eine norwegerin hat hier mittlerweile einen bären beim reifenwechseln gesichtet..auf einem spielplatz in town..vielleicht sollte ich nicht mehr soviel zeit in der natur verschwenden ;-)

winterliches wandern im kokanee glacier park..thumbz up..

die mächtige partycrowd für das australische geburtstagskind courtney..zu beachten der kanadier links im bh..

sieht aus als wurde mir ecstasy verabreicht, war aber nur frische luft..

auf der autofähre auf der heimfahrt von nelson nach kamloops..

wanderziel kokanee lake..ziemlich vernebelt und frostig

lake morrain, nahe lake louise..

tanken am ende der welt bei osoyoos..

Sonntag, 21. Oktober 2007

Deutsches Wochenende

Hey Folks,
Erstens, ich bin letzte Woche recht gut genesen. Herrlich! Hab drei Tage Uni verpasst (was nicht wild ist) und hab mir die Tage, wie vom Arzt angeordnet, mit Schlafen und viel Wasser trinken, vertrieben. Hat geholfen.
Fürs Wochenende war dann eigentlich ein Trip in die Stadt von Detlef Schrempf und Kurt Cobain, also Seattle, geplant. Aber ich hab zugunsten der Genesung abgesagt, außerdem war der Trip shopping-lastig ausgerichtet und mir mangelt es wenn an Geld und Gepäckplatz. Nunja, daher gings am Wochenende eher ruhig zu. Hab am Freitag Abend paar Bierchen mit dem Berliner Tim und Ösi Tom getrunken. Es konnte also komplett deutsch gesprochen werden, was eigentlich mal wieder echt angenehm war (vor allem ist es viel einfacher nicht wie ein Idiot rüberzukommen :). Lustiger und entspannter Abend. Samstag ging dann ziemlich komplett für Uni und Vorbereitung des Sonntagsausflugs drauf. Denn heute, Sonntag sind wir zu dritt (Dario und Jochen, zwei weitere Deutsche..also wieder deutsch gesprochen) ins benachbarte Skigebiet Sun Peaks (ca. 45min Fahrt) gefahren. Dort hatte es die letzten Tage schon recht anständig geschneit (aufm Berg 40-60cm) und es war gutes Wetter angekündigt. Haben uns Schneeschuhe (Hilfestellung Englisch: snowshoes :-) ausgeliehen und haben die komplette Ski- bzw. Brettausrüstung aufgesattelt. Mit entsprechend schwerer Beladung sind wir dann bei ca. 5cm Schnee im Tal gestartet (Schneeschuhe natürlich noch nicht eingesetzt!). Wetter übrigens leicht anders als angesagt: Nebel und Schneefall. Nach ca. 1h Aufsteigen haben wir dann die Schneeschuhe angezogen, da es dann doch schon 30cm netter Powder waren. Schneeschuhe fetzen, das würde ich gern nochmal machen (vielleicht mal oben übern Mordfleck..hehe). Man kommt echt fix voran aber es ist schon deutlich anstrengender als normales Wandern. By the way: Als erster Geher in einer Gruppe verbraucht man ungelogen bestimmt doppelt so viel Körner. Also muss belgisch gekreiselt werden. Nach weiteren 1,5h Aufstieg (im düsteren Winterwald konnten gesichtet werden: eine agil hüpfende Bergziege, viele zutrauliche Rehe und in diesem Wald gottseidank kein Bär...auf der Hinfahrt noch mächtige Bighorn-Schafe) war es dann schon kurz nach 2, das Wetter recht unbefriedigend und es wollte nicht entscheidend mehr Schnee werden. So haben wir uns dann final noch ein paar Minuten eine steile Piste hochgeschraubt und dann die Skier angelegt (und ziemlich viel Kleidung gewechselt). Belohnt wurden wir mit ca. 1 Minute echter Abfahrt in relativ gutem Schnee und dann einiges an Ziehweg (viel Schieben nötig). Die letzte halbe Stunde bin ich dann in Skischuhen ins schneelose Tal getrottet, wo es regnete weil es für ein paar Tage wieder milder wird. Trotzdem eine gute Sache: sehr gutes Gefühl mal wieder die Ski dranzuhaben, bald geht das richtig los und einen kompletten Tag an der frischen Luft verbracht. Bei gutem Wetter und Sicht hätte das leicht ein Traumtag werden können. Leider sind nicht viele Photos entstanden (aber mitten im Nebel ist ja auch selten spektakulär, außerdem waren wir ja größtenteils hochkonzentriert dabei schnaufend den Berg hochzustampfen).
Nun steht ein hektischer Wochenstart bevor und es existieren keine konkreten Ausflugspläne (die Planungen werden nun einfach schon durch den nahenden Winter gebremst, trotzdem tragen einige Kanadier weiterhin Shorts, T-Shirts und/oder FlipFlops). Ich melde mich also mit Neuigkeiten!! Bleibt sauber..

Mitarbeiter des Monats:
1) Nadine: Dank Nadines Notebook bin ich back Binnezz. Außerdem gabs ein Buch und Badehose (das ermöglicht nun auch Nutzung von Campus-Hallenbad und Sauna (wird hier lächerlicherweise in Badekleidung benutzt..und ich will ungern der erste Rebell sein)). Vielen Dank!
2) Itschi aka Polier: Hat mich mit frischer Musik, Photos von legendären Partys (mit den herrlichen üblichen Verdächtigen) und einem Büchlein über Suhl überrascht. Thumbz up!

Dienstag, 16. Oktober 2007

ein Nachtrag aus aktuellem Anlass

Auch wenn ich eventuell Leserschaft einbuesse, darauf muss aufmerksam gemacht werden: www.ritshow-dubai.blogspot.com
Unser Herr Ritschel verweilt in Dubai und berichtet nun ebenfalls. Von hier aus sind das wahnsinnige +11 Stunden Zeitverschiebung. Mehr geht fast nicht. Bedeutet das ergo, dass wir uns fast gegenueber auf dem Globus befinden (es stellt sich die alte "Man muesste einen Tunnel bohren"-Frage)??
Wie auch immer, entsprechend zur grossen Zeitverschiebung, sind auch die behandelten Themen voellig andere als hier. Sehr gut, also watch out!
Schuess.

Der Autor dieses Blogs schwaechelt

Hey Freunde..

Muss leider Krankheit vermelden. Ich bin ja ein grosser Meister des unvernuenftigen Sporttreibens wenn ich schon leicht angeschlagen bin. So hab ichs denn auch mal wieder am letzten Samstag gehalten und mich aufs Rad gesetzt. Schon waehrend der Tour hab ichs bereut und entsprechend verkuerzt. Half aber alles nix und nachdem ich sogar noch halbwegs guten Mutes Bier fuer eine Geburtstagsparty gekauft hab, hats mich dann in Rekordgeschwindigkeit zerbrezelt. Soll heissen: total fertig, sehr fiebriges Gefuehl, Schmerzen in den Gliedern und im Kopf, Rotz und Husten, Hals, einfach alles spitze. Halb 8 ins Bett. Fast 20 Stunden im Bett gelegen. Erste Horrornacht. Superstressiger Traum: Ich hab hier irgendwo versehentlich ein ganzes Feriengebiet gekauft und Riesenschulden gemacht. Dann musste ich die ganzen Grundstuecke und Anlagen einzeln verscheuern, um von den Schulden runterzukommen. Das hab ich wie gesagt fast 20 Stunden gemacht. Hoert sich vielleicht ganz gut an aber war mit dem Fieber und den ganzen anderen Symptomen (wenn man minuetlich vier mal hustet, kommt man ja im Immobiliengeschaeft zu nix!) ziemlich Kacke. Sonntag fertig und fast komplett im Bett. Eine Banane gegessen. Medikamente genommen aber nix gebracht. Zweite Horrornacht: Meinen unruehmlichen Zweit-Spitznamen "Schwitzo" alle Ehre gemacht. Wahnsinn und absolut keine Erholung moeglich! Montag frueh war ich dann am Tiefpunkt und hab mich in eine sogenannte "Walk In Clinic" geschleppt. Eigentlich eine ganz normale Praxis, ohne Termine eben. Eine Stunde warten und 30$ "Praxisgebuehr" geloehnt. Besonderheiten: Der Arzt hat keinen weissen Kittel sondern ein schwarzes Hemd und gibt einem nicht die Hand. Wie auch immer. Das ganze hat drei Minuten gedauert und dann hat er gemeint "Flu" (also ich uebersetz das mal eher mit grippaler Infekt statt echter Grippe), 3 Tage "School Off", Ruhe, viel Trinken..dann geht mir wieder besser. Danke aber ich wollte mildernde Medikamente!
Die gestrige Nacht war dann aber ganz gut und heute gehts mir schon wieder deutlich besser: kein Fieber, keine Schmerzen. Allerdings schwitz ich grade schon wieder vom Antippen der Tastatur. Also weiter Ruhe, usw.
Ich hoffe bald wieder Anderes berichten zu koennen, denn krank kann man ja eigentlich auch ganz gut daheim sein. Ich verzichte auf Bilder. So jetz muss ich aus der Uni hier raus, ich glaub ich nerv die Leute mit dem staendigen Husten.
Bis bald!

PS: An die Familie, ich melde mich telefonisch sobald Nadines Notebook hier eingetroffen ist, was jeden Tag der Fall sein sollte!

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Thanksgiving-Wochenend-Trip


Das verlaengerte Wochenende (Montag war Thanksgiving Day und somit frei; ist uebrigens ne grosse Sache hier und wird von jedem klassisch mit Truthahn gefeiert) hat nochmal zu einem (vielleicht schon letzten) Herbst-Trip eingeladen. Diesmal waren wir zu fuenft (4 Deutsche und gottseidank eine Schwedin wodurch wir gezwungen waren die ganze Zeit Englisch zu reden) . So gings am Freitag Morgen mit dem Miet-Van los Richtung Sueden. Nach 2h Fahrt sind wir in Kelowna angekommen und haben dann noch einen Abstecher in das benachbarte Ski-Gebiet "Big White" unternommen. Das Skigebiet hat sich schon ueberraschend winterlich praesentiert. Abends gabs dann Bier, Essen und Eishockey (hier einfach "Hockey" und wirklich praesent wie Fussball bei uns). Im Pub gabs einige herrliche Kanadier zu bestaunen (den mit der schoensten Frisur hab ich dann mal im Klo angesprochen, er wollte dann Nummern tauschen, um mit uns "Business zu machen"..ich hab dann gesagt wir waeren Studenten und machen kein Business..daraufhin hat er sich enttaeuscht mit "ah, go fuck yourself" verabschiedet).
Am Samstag gings dann weiter straight Richtung Sueden durch das gesamte Okanagan Tal. Die Gegend ist voller Weinberge und endloser Obstplantagen (1/3 allen kanadischen Obstes wird wohl dort geerntet, Aepfel, Pfirsiche, Kuerbisse, Trauben, alles), also eigentlich nicht das was man sich vielleicht als typisch kanadisch vorstellt. Aus dem Tal raus, gings dann wirklich am Ende der Welt entlang. Viele Rehe, kaum Menschen. Fast an der Kanada-US Grenze angekommen, wollten wir zumindest mal ein Bild schiessen mit Schild "You are entering USA" oder aehnlich. Also zum Grenzuebergang gefahren, alle raus aus dem Wagen und sofort mit Knipsen begonnen. Jedenfalls kam ziemlich flott ein Grenzer aus seinem Buedchen und meinte sehr unwirsch: "Stop taking pictures. What are you doing here?". Daraufhin wir, dass wir nur Touristen waeren und warum keine Bilder erlaubt sind. Antwort: "Because of terrorism, what do you think??" Der Grenzuebergang war wie gesagt mitten im Niemandsland. Eieiei, eine Bilderbuchvorstellung und ziemlich laecherlich. Nach weiteren 4h Fahrt durch abgefahrene, verlassene Landschaften sind wir am Endziel Nelson angekommen. Nelson ist eine 9000-Seelen-Stadt, herrlich gelegen in den Selkirk Mountains (und wie eigentlich immer hier: Seen wohin man sieht). Nelson war frueher eine Hippie-Hochburg (amerikanische Kriegsverweigerer haben sich damals dorthin gefluechtet). Das Resultat sind absolut abgefahrene Alt-Hippies (ca. 50-60 Jahre alt) und eine Allgegenwaertigkeit von Marihuana. Ein Roommate war ein alter Kalifornier, der in Nelson eine Art Kommune aufbauen will und eigentlich als Chemiker arbeitet (er war nbissl enttaeuscht dass wir alle kurze Haare haben und Alkohol trinken). Die Lokalzeitung hatte auf der ersten und zweiten Seite beispielsweise die Meldung, dass kurz zuvor ein amerikanischer Kriegsfluechtling in Nelson verhaftet worde und dass die Weed-Pflanzungen der wohl wichtigste Industriezweig sind und 100.000 Menschen in der Region beschaeftigt. Dazu viele herrlich, historische (fuer kanadische Verhaeltnisse) Gebaeude. Dazu ist Nelson ziemlich bekannt fuer Radfahren und Skifahren. Also eine rundum sympathische Stadt. Am Sonntag wollten wir dann im benachbarten Kokanee Glacier Park wandern gehen. Nach einer langen und beschwerlichen Auffahrt auf wilden "Strassen" sind wir in ca. 20cm Schnee ausgestiegen. In keinster Weise auf eine Schneewanderung eingestellt (vor allem das Schuhwerk) gings los zum Kokanee Lake. Ehrlicherweise muss man anmerken, dass es recht neblig war und zeitweise nbissl genieselt hat. Trotzdem eine echte SpitzenWinterWanderung in echter Wildnis. Ein entgegenkommender Wanderer hatte auch Baerenspray am Mann. Auf Nachfrage meinte er, dass die Baeren-Saison sich dem Ende naehert aber die "real desperate ones" suchen sich noch ihre letzte Mahlzeit :) aber in der Gruppe waeren wir sicher (vielleicht haetten wir uns mal aufteilen sollen um endlich so einem Schwein zu begegnen). Am Ziel lagen dann ungefaehr schon 150cm Schnee. Echt abgefahren, wenn man bedenkt dass wir einen Tag zuvor noch durch sonnige Weinberge und Apfelplantagen gefahren sind. Abends waren wir dann recht platt und es gab Essen & Bier im Pub (und jeden Abend gabs ein Hockey-Spiel zu sehen..diesmal Vancouver Canucks vs. Calgary Flames). Auf der Heimfahrt haben wir dann noch einen interessanten Anhalter aus North Carolina aufgepickt. Ansonsten eine lange Heimfahrt durch Bilderbuchlandschaften in heftig intensivem Gruen, Gelb und Rot.
Ein herrlicher Trip, sehr abwechslungsreich und ganz anders als der erste Ausflug nach Banff. Man muesste eigentlich noch soviel mehr machen aber das Wetter zieht an (uebrigens trennt sich langsam Spreu von Weizen, heisst waehrend die meisten Internationals schon Jacken, etc. aufziehen, gibt es immer noch viele Locals die in Shorts, kurzaermelig oder mit FlipFlops unterwegs sind). Zurueck in Kamloops steht nun ein ruhiges Wochenende an. Ich warte weiter auf das neue Notebook und sage Schuess!!

Dienstag, 2. Oktober 2007

Was is los?

Hey liebe Freunde..

Da das Notebook nun seinen Geist aufgegeben hat, kann ich mich in den kommenden Tagen nur noch sehr spaerlich melden (zudem ja damit auch Telefonate mittels Skype nicht mehr moeglich sind; und Gott sei Dank hab ich meine ganzen Photos noch nicht von der Kamera geloescht)! Das ist fuer mich so ungefaehr der Worst-Case. Ich fuehle mich gleich viel weiter entfernt und in meinem Zimmer gibs erstmal nix mehr zu tun (ausser vielleicht studieren, was momentan auch dringend noetig ist). Ein Check beim sogenannten future-shop hat ergeben, dass die Festplatte im Eimer ist und da es ja ein Siemens-Firmen-Notebook ist, kann ich da auch nicht einfach dran rum-reparieren lassen. Ich bin vorerst ratlos und ziemlich angepisst.
Zudem wird das Wetter seit einigen Tagen deutlich ungemuetlicher und ich fuehle mich kraenklich. Also eher weniger schoene Tage momentan. Aber: "Ohne das Bittere, waer das Suesse nicht so suess", oder wie?

Bis bald!

PS: Dabei haett ich schon wieder gutes Material fuer weitere Eintraege hier. Aber alles steht und faellt mit dem verdammten Geraet. Also geduldet euch.