Donnerstag, 11. Oktober 2007

Thanksgiving-Wochenend-Trip


Das verlaengerte Wochenende (Montag war Thanksgiving Day und somit frei; ist uebrigens ne grosse Sache hier und wird von jedem klassisch mit Truthahn gefeiert) hat nochmal zu einem (vielleicht schon letzten) Herbst-Trip eingeladen. Diesmal waren wir zu fuenft (4 Deutsche und gottseidank eine Schwedin wodurch wir gezwungen waren die ganze Zeit Englisch zu reden) . So gings am Freitag Morgen mit dem Miet-Van los Richtung Sueden. Nach 2h Fahrt sind wir in Kelowna angekommen und haben dann noch einen Abstecher in das benachbarte Ski-Gebiet "Big White" unternommen. Das Skigebiet hat sich schon ueberraschend winterlich praesentiert. Abends gabs dann Bier, Essen und Eishockey (hier einfach "Hockey" und wirklich praesent wie Fussball bei uns). Im Pub gabs einige herrliche Kanadier zu bestaunen (den mit der schoensten Frisur hab ich dann mal im Klo angesprochen, er wollte dann Nummern tauschen, um mit uns "Business zu machen"..ich hab dann gesagt wir waeren Studenten und machen kein Business..daraufhin hat er sich enttaeuscht mit "ah, go fuck yourself" verabschiedet).
Am Samstag gings dann weiter straight Richtung Sueden durch das gesamte Okanagan Tal. Die Gegend ist voller Weinberge und endloser Obstplantagen (1/3 allen kanadischen Obstes wird wohl dort geerntet, Aepfel, Pfirsiche, Kuerbisse, Trauben, alles), also eigentlich nicht das was man sich vielleicht als typisch kanadisch vorstellt. Aus dem Tal raus, gings dann wirklich am Ende der Welt entlang. Viele Rehe, kaum Menschen. Fast an der Kanada-US Grenze angekommen, wollten wir zumindest mal ein Bild schiessen mit Schild "You are entering USA" oder aehnlich. Also zum Grenzuebergang gefahren, alle raus aus dem Wagen und sofort mit Knipsen begonnen. Jedenfalls kam ziemlich flott ein Grenzer aus seinem Buedchen und meinte sehr unwirsch: "Stop taking pictures. What are you doing here?". Daraufhin wir, dass wir nur Touristen waeren und warum keine Bilder erlaubt sind. Antwort: "Because of terrorism, what do you think??" Der Grenzuebergang war wie gesagt mitten im Niemandsland. Eieiei, eine Bilderbuchvorstellung und ziemlich laecherlich. Nach weiteren 4h Fahrt durch abgefahrene, verlassene Landschaften sind wir am Endziel Nelson angekommen. Nelson ist eine 9000-Seelen-Stadt, herrlich gelegen in den Selkirk Mountains (und wie eigentlich immer hier: Seen wohin man sieht). Nelson war frueher eine Hippie-Hochburg (amerikanische Kriegsverweigerer haben sich damals dorthin gefluechtet). Das Resultat sind absolut abgefahrene Alt-Hippies (ca. 50-60 Jahre alt) und eine Allgegenwaertigkeit von Marihuana. Ein Roommate war ein alter Kalifornier, der in Nelson eine Art Kommune aufbauen will und eigentlich als Chemiker arbeitet (er war nbissl enttaeuscht dass wir alle kurze Haare haben und Alkohol trinken). Die Lokalzeitung hatte auf der ersten und zweiten Seite beispielsweise die Meldung, dass kurz zuvor ein amerikanischer Kriegsfluechtling in Nelson verhaftet worde und dass die Weed-Pflanzungen der wohl wichtigste Industriezweig sind und 100.000 Menschen in der Region beschaeftigt. Dazu viele herrlich, historische (fuer kanadische Verhaeltnisse) Gebaeude. Dazu ist Nelson ziemlich bekannt fuer Radfahren und Skifahren. Also eine rundum sympathische Stadt. Am Sonntag wollten wir dann im benachbarten Kokanee Glacier Park wandern gehen. Nach einer langen und beschwerlichen Auffahrt auf wilden "Strassen" sind wir in ca. 20cm Schnee ausgestiegen. In keinster Weise auf eine Schneewanderung eingestellt (vor allem das Schuhwerk) gings los zum Kokanee Lake. Ehrlicherweise muss man anmerken, dass es recht neblig war und zeitweise nbissl genieselt hat. Trotzdem eine echte SpitzenWinterWanderung in echter Wildnis. Ein entgegenkommender Wanderer hatte auch Baerenspray am Mann. Auf Nachfrage meinte er, dass die Baeren-Saison sich dem Ende naehert aber die "real desperate ones" suchen sich noch ihre letzte Mahlzeit :) aber in der Gruppe waeren wir sicher (vielleicht haetten wir uns mal aufteilen sollen um endlich so einem Schwein zu begegnen). Am Ziel lagen dann ungefaehr schon 150cm Schnee. Echt abgefahren, wenn man bedenkt dass wir einen Tag zuvor noch durch sonnige Weinberge und Apfelplantagen gefahren sind. Abends waren wir dann recht platt und es gab Essen & Bier im Pub (und jeden Abend gabs ein Hockey-Spiel zu sehen..diesmal Vancouver Canucks vs. Calgary Flames). Auf der Heimfahrt haben wir dann noch einen interessanten Anhalter aus North Carolina aufgepickt. Ansonsten eine lange Heimfahrt durch Bilderbuchlandschaften in heftig intensivem Gruen, Gelb und Rot.
Ein herrlicher Trip, sehr abwechslungsreich und ganz anders als der erste Ausflug nach Banff. Man muesste eigentlich noch soviel mehr machen aber das Wetter zieht an (uebrigens trennt sich langsam Spreu von Weizen, heisst waehrend die meisten Internationals schon Jacken, etc. aufziehen, gibt es immer noch viele Locals die in Shorts, kurzaermelig oder mit FlipFlops unterwegs sind). Zurueck in Kamloops steht nun ein ruhiges Wochenende an. Ich warte weiter auf das neue Notebook und sage Schuess!!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

1A Blog, das ist immer wie 5 Minuten Urlaub wenn ich mal wieder vorm Firmenrechner ein Break mache.

Greetz Tobi