Sonntag, 25. November 2007

WorldCup Wochenende

Servus,

Zuallererst: Der Winter ist heut endlich zum ersten Mal auch ernsthaft in Kamloops eingebrochen. Mit all den herrlichen Begleiterscheinen: es wird leiser und heller, langsame und rutschende Autos, usw. Ich denke es wird nun auch definitiv Zeit mal das "heimische" Skigebiet auszuchecken. Vielleicht in den kommenden Tagen.
Am letzten Wochenende gings aber erstmal nach Lake Louise zum Skiweltcup der Herren. Lake Louise war ja nun schon zum zweiten Mal Reiseziel aber diesmal gings auf selbem Weg deutlich winterlicher zu. Die Temperatur stürzte auf der Anreise bis -18°C bei Ankunft. Nach einem lustigen Abend in einem, durch den Weltcup schwer bevölkerten Pub (der Ort Lake Louise ist ja ziemlich winzig und ich schätze es gibt vielleicht drei Ausgehmöglichkeiten), sind wir am nächsten Morgen zur Herrenabfahrt aufgebrochen. Die Reisegruppe diesmal wieder sehr international mit Vertretern aus Schweiz, Österreich, Schweden, Norwegen, USA, Canada und Deutschland und daher natürlich mit besten Aussichten auf einen Sieger in den "eigenen Reihen" (das leider nicht wegen den Deutschen). Zum Rennen nur soviel: wie immer sieht man im TV eigentlich besser aber Stimmung und Erlebnis (..frostige 2 Stunden bei minus 15°C..) machens wett. Der kanadische Sieger hat die Stimmung noch verbessert. Das eigentliche Highlight des Tages war dann aber (nachdem wir uns im Hostel bei nem Käffchen aufgewärmt haben) ein Ausflug zum Lake Louise. Dieser präsentierte sich diesmal förmlich verzaubert weil komplett dick zugefroren. Das Eis ist prächtig blau und sehr glatt (ohne Pickel oder Risse, etc.). Diese riesige Eisfläche zwischen den mächtigen Bergen, bietet vielen Leuten Platz, um zu spazieren, zu rennen-und-rutschen (wie wir) oder natürlich für Schlittschuh und Eishockey. Sehr, sehr abgefahren das Ganze! Am Abend waren wir dann ziemlich schlapp, wahrscheinlich von den eigentlich ganztägig kalten Füßen. Für den Sonntag haben wir uns kurzfristig ausgedacht ins 2 Stunden entfernte Panorama zu fahren, um den Frauen Weltcup Slalom anzugucken. Für die lange Anreise zu früher Stunde wurden wir dann mit sehr gutem Wetter und wieder mal herrlicher Berglandschaft belohnt. Siegerin des Slaloms: Marlies Schild, Österreich. Danach dann eine sieben Stunden lange Heimfahrt. Allwetterreifen, Dunkelheit, Rehe am Rand und teilweise mächtig rutschig..also sehr anstrengend. Das ist schon Wahnsinn was man hier an so nem Wochenende teilweise an Strecke zurücklegt. Man wähnt sich schon fast "daheim" wenn das Schild noch 150km anzeigt. Dieses Wochenende waren es stattliche 1100km! Auf der Rückfahrt
konnten wir im Vorbeifahren noch ein bisschen der Kootenay Mountain Culture bestaunen. Mitten im Nichts, Wohnwagenansammlungen (mit gemalten Schildern "Love Peace Unity"), ein kapitaler Hirsch auf einer Pickup-Ladefläche oder farmartige Anwesen mit zwanzig rostigen uralten Autos und Traktoren drumrum. Das Land ist nicht regierbar! ;-)
Gestern nach Ankunft war ich jedenfalls kaputt wie schon lang nicht mehr und hab lang lang geschlafen. Nun steht die letzte Woche Vorlesungen an und es wird langsam weihnachtlich. Der Zustand der Wohnung wird immer bedrohlicher aber ich bin auch nicht mehr bereit diese Sisyphus-Arbeiten zu erledigen. Ich hab mir das schon gefuchst ausgedacht: wenn ich dann hier ausziehe, sind meine Standards so tief, dass ich mich in den Hostels pudelwohl fühle. Wenn die mir dann über sind, gehts heim ins.. Büdchen! Ok, soweit so gut. Ich muss nun ins Bett, um morgen die letzte Präsentation des Semesters zu absolvieren (in dem Fach gibt es 11 Gruppen die je vier Präs. gehalten haben..das sind unglaubliche 44 Präs. in vier Monaten Semester..aufgrund der gezeigten Leistungen eine unglaubliche Verschwendung von Zeit). Wie auch immer, gut Nacht und bis demnächst!


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